Augenwischerei: Lichtstromangabe

Angenommen Sie kaufen eine LED-Lampe mit der Angabe 300lm ?

Schon mal Glück gehabt, steht ja meist gar nicht drauf. Doch was meint der Hersteller damit ?

Da fehlt doch noch ne Angabe…..,oder? Bei welcher Umgebungs- oder Sperrschichttemperatur gilt dieser Wert ?
Handelt es sich um den Lichtstrom der LED (aus LED-Datenblatt) oder ist es ein gemessener Wert abzüglich aller Verluste (Temperatur, Abdeckglas) ?

Die Datenblattwerte der Hersteller beziehen sich fast ausschliesslich auf 25°C Substrat-, bzw. Sperrschichttemperatur. (meist auch Junction-Temperatur Tj genannt)

LED-Lichtstrom in Abhängigkeit der Temperatur

In der Qualitätsprüfung, der letzte Prozessschritt, in der Fabrik werden die LED-Daten ermittelt. Diese Messung dauert nur einen Bruchteil einer Sekunde. So kurz, dass noch keine Erwärmung stattfindet.

Auszug aus der Fußnote eines LED-Datenblatts:

1) Helligkeitswerte werden mit einer Stromeinprägedauer von 25ms ermittelt.

Im normalen Betrieb erwärmen sich LED-Lampen/LED-Strahler/LED-Röhren je nach wärmetechnischer Konstruktion und Umgebungstemperatur meist auf 50°C oder mehr. Der Temperaturunterschied zwischen Kühlkörper und LED-Substrat liegt bei weiteren 7°C – 10°C.

Der Befestigungsort von Leuchten ist meist an der Decke, wo die Raumtemperatur am höchsten ist.
Das führt in der Praxis meist zu Tj > 70°C und deswegen zu einer geringeren Lichtleistung gegenüber dem Datenblattwert um -15%.

Sofern der angegebene Lichtstrom nicht ein gemessener Laborwert ist, dürfen zuzüglich weitere Verluste (5-30%) durch eingesetzte Optiken oder Glasabdeckungen eingerechnet werden.

300 lm (LED-Datenblatt) oder in Wirklichkeit bestenfalls 230 lm (Kundennutzen) ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 + 19 =